Vertrauen
schaffen
≠ Schönreden oder Weglassen:
Die Einteilung in Gut und Böse in einem Boot bei schwerer See führt
zum Untergang. Wem nützt die Klimarettung, wenn Bomben fallen?
[jW 08/2025] "Ukraine: Nachdem Kiew bereits
seit 2014 mit seiner Armee und faschistischen
Milizen den Donbass
beschossen hatte, marschierten 2022 russische Truppen ein. Seitdem gab
es Hunderttausende Tote in dem zum NATO-Stellvertreterkrieg gegen Russland
ausgeweiteten und durch westliche Waffenlieferungen verlängerten
Krieg." [weiter]
1967
I see trees of green, red roses too
I see them bloom for me and you
And I think to myself what a wonderful world.
I see skies of blue and clouds of white
The bright blessed day, the dark sacred night
And I think to myself what a wonderful world.
The colors of the rainbow so pretty in the sky
Are also on the faces of people going by
I see friends shaking hands saying how do you do
They're really saying I love you.
I hear babies crying, I watch them grow
They'll learn much more than I'll never know
And I think to myself what a wonderful world
Yes I think to myself what a wonderful world.
Die Erde
als vernetztes System und die Herausforderungen an die
Menschen des 21. Jahrhunderts: Vereint global und heute für
eine
ökologisch wirksame Reduzierung von Treibhausgasen
wie Kohlendioxid [durch Stoppen von ungefilterter industrieller
Holz-/ Kohle-/ Erdöl-/ Erdgasverbrennung, Ausbau einer regenerativ-dezentralen
Energieerzeugung
und umweltverträglichen Mobilität, ökologischen Stadtumbau
...] sowie das 25-mal treibhauswirksamere Methan
[durchEinstellung
der Massentierhaltung und gesündere Essgewohnheiten mit weniger
Fleisch & Wurst ...],
Geothermisches
Erdrohr: Natürlich heizen und kühlen
Ein
geothermisches Erdrohr nutzt die relativ konstante Temperatur des
Bodens, um die Luft im Haus auf natürliche Weise zu beeinflussen.
Das Prinzip ist einfach und clever: Frische Außenluft strömt
durch ein Rohr, das mehrere Meter unter der Erde verlegt ist. Auf
diesem Weg passt sich die Luft an die Bodentemperatur an, bevor
sie ins Haus gelangt.
Im
Sommer bedeutet das eine angenehme Abkühlung. Während
draußen große Hitze herrschen kann, wird die Luft im
Erdreich heruntergekühlt und kommt deutlich frischer im Wohnraum
an. So lässt sich die Innenraumtemperatur senken, ohne dass
ständig eine energieintensive Klimaanlage laufen muss.
Im
Winter funktioniert das System genau umgekehrt. Die kalte Außenluft
wird beim Durchströmen des unterirdischen Rohrs vorgewärmt.
Dadurch gelangt weniger eisige Luft ins Haus, und das Heizsystem
wird entlastet. Das spart Energie und verbessert zugleich den Wohnkomfort.
Besonders
interessant ist diese Lösung für Menschen, die nachhaltiger
bauen oder wohnen möchten. Das System arbeitet leise, nutzt
natürliche Temperaturunterschiede und kann langfristig helfen,
die Energiekosten zu senken. In Kombination mit guter Dämmung
und durchdachter Lüftung kann es ein Haus deutlich effizienter
machen.
Wichtig
ist jedoch eine gute Planung. Tiefe, Rohrlänge, Material,
Gefälle und Hygiene spielen eine große Rolle. Nur ein
fachgerecht installiertes System arbeitet zuverlässig und verhindert
Probleme mit Feuchtigkeit oder schlechter Luftqualität.
Fazit
Ein geothermisches Erdrohr ist eine intelligente und umweltfreundliche
Möglichkeit, Häuser im Sommer zu kühlen und im Winter
vorzuwärmen. Es verbindet einfache Physik mit nachhaltigem
Denken und zeigt, wie man den Boden als natürliche Energiequelle
sinnvoll nutzen kann. Für energieeffizientes Wohnen ist es
eine Lösung mit viel Potenzial.
den Schutz
der Böden,
des Grundwassers, der Gewässer und damit derPflanzen- und Tierwelt[durch Umwandlung der chemisierten
land- u. forstwirtschaftlichen Massenproduktion mit Profit-Hybriden
zu einer ökologischen Land- u. Forstwirtschaft, in der Sorten-
u. Artenvielfalt, eine regional-saisonale Versorgung mit geschmackvollen
Produkten, Landschaftspflege ... im Vordergrund stehen] und
Vier
Konzerne dominieren künftig weltweit das Geschäft mit Saatgut,
Dünger und Pflanzenschutzmitteln in der Agrochemiebranche
allen voran die deutsche Bayer-Monsanto AG
... aus verschiedenen Quellen 06/2020
Der Bayer-Konzern
hat Monsanto für rund 56 Milliarden Euro übernommen. Umweltschützer
machen gentechnisch verändertes Saatgut und aggressives Unkrautvernichtungsmittel
für zahlreiche Umweltschäden verantwortlich. Das Pflanzenschutzmittel
Glyphosat von Monsanto steht im Verdacht, krebserregend zu sein.
Diesen Vorwürfen hat Bayer stets widersprochen und darauf verwiesen,
dass Zulassungsbehörden weltweit das Herbizid bei sachgemäßer
Anwendung als sicher bewerteten. In den USA wurde Bayer bereits in mehreren
Fällen zu hohen Schadenersatzzahlungen verurteilt. Saatgut: Die Vielfalt der Pflanzen ist in Gefahr! In den Gärten
gedeihen nur noch CMS-Hybride und andere Mutationen. Zwar ist das Wachstum
intensiver und die Blüten sind schöner, aber hat hier schon
jemand eine Biene entdeckt?
Im Gemüse- und Getreideanbau: So genannte F1- und CMS-Hybride
liefern hohe Ernten bei gleichbleibender Qualität. Wenige Sorten
wachsen auf immer größeren Feldern, die nicht nur Nahrung
sondern auch nachwachsende Rohstoffe bieten sollen. In Deutschland und
Europa haben Hybridsorten (hybride, von lat. hybrida = Mischling) bei
vielen Obst- und Gemüsearten einen Marktanteil von über neunzig
Prozent. Zum Beispiel bei Mais, Zuckerrüben, Tomaten, Zwiebeln
und verschiedenen Kohlsorten. CMS-Hybride finden wir sogar
im Bioladen, ohne dass sie speziell gekennzeichnet sind. Das CMS
steht für cytoplasmatische männliche Sterilität,
eine genetisch veränderte Eigenschaft, die verhindert, dass Pollen
gebildet werden können. Die Nachkommen dieser Kreuzungen sind besonders
ertragreich, aber nur in der ersten Generation und als Saatgut unbrauchbar.
Das bedeutet: Saatgut muss jedes Jahr beim Züchter neu gekauft
werden.
Naturnah gärtnern wird zur echten Herausforderung, denn es gibt
kaum noch natürliches Saatgut: Samenfestes Saatgut, das
sich selbst vermehren kann. Die großen Player der Agrarindustrie
bestimmen den Markt für Saatgut, Pestizide, Düngemittel und
Futtermittel. Eine unvorstellbare Machtkonzentration, denen das Interesse,
seine Pflanzen durch herkömmliche Züchtung wiederstandsfähiger
zu machen, völlig fremd ist. Das dauert, kostet Zeit und Geld.
Nur die Gentechnik und hoher Pestizideinsatz bringen schnell hohe Gewinne.
In den vergangenen hundert Jahren haben wir bereits weltweit etwa 75
Prozent der landwirtschaftlich genutzten Vielfalt verloren. Ein freier
Austausch von Samen und Setzlingen zwischen Bauern, Saatgutinitiativen
und Gärtnern ist nicht erwünscht. Auch das Europäisches
Patentamt gerät völlig außer Kontrolle: Obwohl das Europäische
Parlament und der Deutsche Bundestag dagegen intervenierten und das
Europäische Patentabkommen Patente auf Pflanzensorten grundsätzlich
ausschließt, erteilt es weiterhin Patente auf Pflanzen. Auch solche,
die das Ergebnis herkömmlicher Züchtung sind. Bayer-Monsanto
gehören z.B. Melonen, geköpfter Brokkoli. Zuletzt wurde eine
Chili-Sorte von Syngenta patentiert.
Es gibt
jedoch große regionale Unterschiede. Während die Landwirtschaft
in den Industrieländern hauptsächlich mit kommerziellem Saatgut
versorgt wird, ist sie in Entwicklungsländern noch! - von
bäuerlichem Nachbau und Austausch geprägt. In Indien liegt
der Anteil von kommerziellem Saatgut in der Landwirtschaft bisher nur
bei 30%, in Afrika aktuell unter 10%. Traditionelle Höfe funktionierten
als nahezu geschlossene Systeme. Von der Ernte wurde ein Teil zurückbehalten,
um erneut ausgesät zu werden, in einem ewigen Kreislauf. Heute
ist das in den meisten Teilen der Erde anders.
Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft zu Beginn der 1950er
und verstärkt in den 1960er und 1970er Jahren wurden die Arbeitsabläufe
zunehmend mechanisiert und rationalisiert. Die sogenannte Grüne
Revolution wurde in vielen Regionen der Welt durchgesetzt
mit dem Ziel, die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen. Das hat
dazu geführt, dass sich die Höfe beständig vergrößerten
und spezialisierten, der Landbau intensiviert wurde und sich die Massentierhaltung
durchsetzte. In der heutigen hochtechnologisierten Landwirtschaft bestehen
eigene Märkte für Tierzucht, Saatgut, Futtermittel, Düngemittel
und Pestizide. Die
Bauern sind zu Gliedern in langen Lieferketten geworden. Mit der
Entstehung landwirschaftlicher Großbetriebe verschwanden nach
und nach mittelständische Zuchtbetriebe, transnationale Unternehmen
wie Monsanto und Co konnten sich u.a. durch gezielte Firmenfusionen
und aufkäufe herausbilden. Dieses Vorgehen drängt einerseits
Konkurrenten vom Markt, andererseits kann so Einfluss auf das Saatenangebot
und die Preise genommen werden. Die meisten der weltweit agierenden
Saatguthersteller gehören gleichzeitig auch zu den größten
Pestizidherstellern, allen voran Monsanto. Beides soll maximale Gewinne
einbringen.
Mit ihrem oft gentechnisch verändertem Hochleistungssaatgut versprechen
die Agrargroßkonzerne maximale Erträge und gegen Schädlinge
äußerst robuste Pflanzen bei einer auf Maschinen optimierten
Handhabbarkeit. Um die Erträge aus dem Saatgut weiter zu steigern
und ihre Gewinne zu maximieren sorgt zudem deren Hybridsaatgut.
Schon immer haben Bauern einen Teil ihrer Ernte zurückbehalten
und daraus ihr eigenes Saatgut selektiert, vermehrt und mit ihren Nachbarn
getauscht. In vielen Ländern spielt diese traditionelle Produktion
von Saat- und Pflanzgut auch heute noch eine große Rolle. Doch
kann jeder Landwirt das einmal erworbene Saatgut weiterzüchten,
gehen den Zuchtbetrieben viele potentielle Käufer durch die Lappen.
Ein wirtschaftlich genialer Schachzug der Saatgut-Großkonzerne
ist im Vergleich dazu das Hybridsaatgut. Das Hybridzüchtungen
sind so verändert, dass die erste Ernte bei optimaler Versorgung
mit Wasser, Dünger und Pestiziden einen 15-30% höherer Ertrag
abwirft, die nächste Generation des Saatguts aber wieder in eine
Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenformen aufgeht. Ein Nachbau ist mit
modernen Hybriden meist nicht möglich, was einem eingebauten
Sortenschutz gleichkommt. Um die Erträge auf hohem Niveau zu
halten sind die Bauern gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen.
Das Hybrid-Saatgut wird damit beworben, höhere Erträge einzubringen,
resistenter gegenüber Schädlingen und Krankheiten und technisch
leichter handhabbar zu sein. Kritiker setzen dem entgegen, dass dies
auch mit samenfesten Sorten erreichbar ist und verweisen auf Qualitätsprobleme,
zu hohe Preise, eine zunehmend eingeschränkte Sortenvielfalt und
die vermehrte Abhängigkeit von großen Saatgutkonzernen bei
Hybriden.
Die wettbewerbshemmende Wirkung kann zu einer massiven Zunahme der Saatgutpreise
führen. So sind beispielsweise die Preise für Baumwollsaatgut
seit der Einführung von gentechnisch veränderter Baumwolle
in den USA um das drei- bis vierfache angestiegen und auch in den Entwicklungsländern
ist es zu einer substanziellen Preiserhöhung gekommen. Die Mischung
aus Marktmacht, Hybridsaatgut und einer rigorosen Patentierung von Saatgut
hat gerade in den Ländern des Südens fatale Folgen. Die indische
Aktivistin Vandana Shiva engagiert sich schon viele Jahre gegen Monsantos
Monopolstellung in Indien. Der Großkonzern kontrolliert dort fast
die gesamte Baumwollproduktion, indem er andere Saatgutlieferanten aufgekauft
hat bzw. massiv unter Druck setzt. Damit haben die dortigen Bauern keine
Alternative zu Monsantos Gen-Pflanzen. Doch für viele Bauern ist
das Saatgut zu teuer und die Gewinne liegen unter den Erwartungen. Dazu
kommt, dass die Baumwollpflanzen oft von neuartigen Krankheiten befallen
werden. Im Gegensatz zu den traditionellen Sorten, die auf die Wetter-
und Bodenbedingungen der jeweiligen Region abgestimmt sind, sind diese
Sorten Schädlingen und den spezifischen Wetterbedingungen nicht
gewachsen. Weitere teure, gesundheits- und umweltschädliche Düngemitteln
und Pestizide müssen eingesetzt werden, um die Pflanzen zu schützen.
Das teure Monsanto-Saatgut hat bereits Hunderte indische Bauern in den
Ruin und sogar in den Selbstmord getrieben.
Seit einigen
Jahren drängen die Saatgutkonzerne verstärkt auf die Märkte
von Schwellen- und Entwicklungländern, in denen kommerzielles
Saatgut bisher einen geringen Teil ausmachte. Dabei machen sie sich
auch die Hoffnung zunutze, dass durch Züchtungen und Genmanipulation
Wunderlösungen für globale Probleme, wie z.B. den Klimawandel,
gefunden werden können. Doch die Zahlen vermitteln ein anderes
Bild: Nach Berechnungen der Welternährungsorganisation (FAO) sind
rund die Hälfte der 868 Millionen hungerleidenden Menschen weltweit
ressourcenarme Bauern, die nur mäßig fruchtbares Land bewirtschaften.
Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Saatgutkonzerne nur
1% ihrer für Forschung und Entwicklung budgetierten Mittel in Saatgut
investieren, das für Entwicklungsländer geeignet wäre.
Gleichzeitig begrenzen sie die allen offen stehende Vielfalt, indem
sie sich Patente auf Gene für Stresstoleranz und Trockenheitsresistenz
sichern und neue Allianzen mit Unternehmen in der synthetischen Biologie
gründen. Der Berichterstatter für das Recht auf Nahrung der
Vereinten Nationen, Olivier De Schutter warnt in seinem Bericht Seed
policy and the right to food: Die Oligopole einiger Anbieter
können dazu führen, dass armen Landwirten der Zugang zu Saatgut,
einem für sie lebenswichtigen Produktionsmittel, verwehrt wird.
Und sie kann dazu führen, dass die Lebensmittelpreise steigen,
wodurch die Lebensmittel für die Ärmsten noch weniger verfügbar
werden. Um Armut und Hunger in den Ländern des Südens
zu bekämpfen ist es wichtig, dass Kleinbauern in den Ländern
des Südens der freie Zugang zu Saatgut erhalten bleibt. Über
informelle und lokale Strukturen kann es dann verkauft, getauscht und
entsprechend der klimatischen, ökologischen und kulturellen Bedürfnisse
weiterentwickelt werden.
Weltweit verstärkt die Konzentration auf dem Saatgutmarkt und die
damit verbundene Selektion des Saatguts auf wenige Hochleistungssorten
den Verlust der Vielfalt an Kulturpflanzen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts
sind laut Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO)
etwa 75 Prozent der Kulturpflanzenvielfalt verloren gegangen.
Gab es beispielsweise in Indien vor der »Grünen Revolution«
ca. 50.000 Reissorten, waren es 20 Jahre später auf dem größten
Teil des Kontinents schätzungsweise nur noch 40 Sorten. Die vielen
neuen Hybridsorten können in punkto genetischer Varietät nicht
mithalten, da sie sich viel zu ähnlich sind. Doch warum ist es
so wichtig, eine Vielfalt auch bei Kulturpflanzen zu bewahren? Das hat
vor allem damit zu tun, dass erst eine große genetische Bandbreite
an Eigenschaften es ermöglicht, dass sich unsere Landwirtschaft
spontan und durch gezielte Züchtungen an veränderte Umweltbedingungen
Stichwort Klimawandel, neue Krankheiten oder Schädlinge
anpassen kann. Verändern sich die Anbaubedingungen, können
Eigenschaften alter Sorten wieder interessant und wünschenswert
werden. Dazu ein Beispiel: In den 1970er Jahren wurden in Indien große
Teile der Reisernte durch einen Virus vernichtet. Doch unter 6273 untersuchten
Reissorten wurde eine Resistenz gefunden. Durch deren Einkreuzung konnte
die Verbreitung des Virus eingedämmt werden. Und auch die ästhethischen
Vorstellungen ändern sich: gewann vor wenigen Jahren noch der giftgrüne
Apfel das Rennen um die meisten Käufer, ist es heute wohl eher
der natürliche Typ. Sogar moderne Züchtungsmethoden
(inkl. Gentechnik) müssen für neue Entwicklungen nach wie
vor auf in der Natur vorhandenes Genmaterial zurückgreifen. Dieser
Erkenntnisse und Erfahrungen zum Trotz begünstigt der aktuelle
rechtliche Rahmen der EU industrielles Saatgut und mit ihm eine
Form der Landwirtschaft, mit der auch laut dem Weltagrarbericht die
Probleme der Zukunft nicht gelöst werden können. EU-Richtlinien - Welches Saatgut Landwirte verwenden können,
d.h. wer die Rechte an Pflanzensorten besitzt, regeln das Sorten- und
Patentrecht. Da es in der EU einen gemeinsamen Markt gibt, wird dies
auf EU-Ebene geregelt. Wichtigstes Grundprinzipien der Richtlinien ist
es, dass nur Sorten gehandelt werden dürfen, die von einer nationalen
Behörde zugelassen sind. Mit der Zulassung soll gewährt sein,
dass nur hochwertiges Saatgut auf den Markt erhältlich ist. Welche
Kriterien Saatgut erfüllen muss, regelt das Saatgutverkehrsrecht.
Eine Sorte wird zugelassen, wenn sie unterscheidbar, homogen und stabil
ist. Damit zielen die Kriterien der Zulassung in erster Linie auf Hochleistungssorten
ab. Viele lokal angepasste, seltene und alte Sorten von Gemüse,
Obst und Getreide, die auf genetischer Vielfalt beruhen, können
diese Kriterien nicht erfüllen, da sie nicht einheitlich genug
sind. Zudem fehlen kleineren Betrieben und Gärtnereien oft die
nötigen Mittel, um kostspielige Testverfahren zu finanzieren. Züchter
können für ihre neuen Sorten zusätzlich noch einen privatrechtlichen
Schutz in Form eines Sortenschutzes oder von Patenten beantragen.
Diese ähneln dem Urheberrecht auf Bücher und Musik: Erteilt
das Sorten bzw. das Patentamt diesen Schutz, können Züchter
über die Verwendung der von ihnen gezüchteten Sorten bestimmen.
Allen voran Monsanto schöpft das Patentrecht aus, um Mitstreiter
vom Markt zu drängen und Landwirte zum Kauf von konzerneigenem
Saatgut zu nötigen. Mehr dazu in dem Artikel Biopiraterie - Die
Plünderung von Natur und Wissen. Einzige Ausnahme bildete bisher
altes, bäuerliches Saatgut. Es darf von Privatpersonen und Initiativen
weitergegeben und getauscht werden. Doch im Mai 2013 stand eine Neuregelung
des Saatgutverkehrsrechts an. Die Richtlinien der EU-Agrarpolitik sind
darauf ausgelegt, die Produktivität abzusichern und kommen den
Bedürfnissen professioneller Saatgut-Anwender und züchter
entgegen. Das Nachsehen haben nicht nur künftige Generationen,
sondern auch heutige Verbraucher und Gärtner. Denn was in die Supermärkte
gelangt, ist für den kommerziellen Anbau gezüchtet: ertragreich,
gleichzeitig erntereif, einheitlich, transport- und lagerfähig.
Der Geschmack bleibt dabei oft auf der Strecke.
Dass einige wenige Saatgutunternehmen den Saatgutmarkt dominieren und
damit die Grundlage unserer Lebensmittelproduktion in den Händen
halten gibt Grund zu Besorgnis. Aktuell fördert weder der rechtliche
Rahmen noch der Markt eine Vielfalt bei den Nutzpflanzen. Doch so ganz
verloren sind die seltenen, lokalen und alten Sorten noch nicht. Verschiedene
Initiativen und Vereine kümmern sich um den Erhalt der Vielfalt.
Fazit
Modernes,
standardisiertes Saatgut wird wie Gold gehandelt, und das Milliardengeschäft
liegt in den Händen weniger internationaler Agrarkonzerne. Sie
produzieren in Billiglohnländern - unter miserablen Bedingungen,
oft illegal mit Kinderarbeit und Frauenausbeutung. Schönheit und
lange Haltbarkeit der genmanipulierten Obst- und Gemüsesorten gehen
auf Kosten des Geschmacks und der Nährstoffe. Alte Sorten sterben
aus, auf Kosten der Biodiversität. Doch weder Landwirte noch Verbraucher
scheinen eine Wahl zu haben.
Nicht jeder technische Fortschritt bedeutet auch einen Fortschritt für
die Gesellschaft. Wenn die Verbraucher eine große Vielfalt und
möglichst wenig Gifte auf ihren Äckern wollen, müssen
sie dies auch bei der Politik einfordern und selbst auch aktiv werden.
Lebensmittel
vom Erzeuger[2]Gemüse
& ObstFleisch
& Wurst
Sie sind vor ein paar Minuten geschlüpft! Sie sehen das Licht,
die Sonne, den Sand, das Meer zum ersten Mal, aber woher wissen sie,
dass sie zum Meer laufen müssen, um zu leben? Wer hat dir das beigebracht?
Es sind
in erster Linie die großen Konzerne, die Umweltprobleme und Klimawandel
verursachen durch eine schädliche Produktion, unsinnige Transportwege
und übermäßigen Ressourcenverbrauch. Wie kann es sein,
dass Produkte auf den Markt kommen, die nach Ablauf der Garantiefrist
aufgrund eingebauter "Fehler" kaputt gehen, nur weil das den
Umsatz steigert. Die Bundesregierung verhindert strengere Klimaschutz-Normen
und lässt sich das mit Großspenden der Konzerne bezahlen.
Wir brauchen eine ökologische Politik, die gleichzeitig sozial
ist, anstatt die Profite der Klimasünder zu schützen während
Natur und Menschen dafür zahlen.