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 Vertrauen schaffen ≠ Schönreden oder Weglassen:
Die Einteilung in Gut und Böse in einem Boot bei schwerer See führt zum Untergang.
Wem nützt die Klimarettung, wenn Bomben fallen?

Die Einteilung in Gut und Böse in den Scholz-Merz-Kanzlerschaften ab 2022:
Staatsräson gegenüber Israel, Schlechtreden und Weglassen, wenn's um Russland geht.
Wer hatte nochmal die meisten Ermordeten / Toten im II. WK zu beklagen?
Aktuelle Geschichtspolitik


[jW 08/2025] "Ukraine: Nachdem Kiew bereits seit 2014 mit seiner Armee und faschistischen Milizen den Donbass beschossen hatte, marschierten 2022 russische Truppen ein. Seitdem gab es Hunderttausende Tote in dem zum NATO-Stellvertreterkrieg gegen Russland ausgeweiteten und durch westliche Waffenlieferungen verlängerten Krieg." [weiter]

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1967
I see trees of green, red roses too
I see them bloom for me and you
And I think to myself what a wonderful world.

I see skies of blue and clouds of white
The bright blessed day, the dark sacred night
And I think to myself what a wonderful world.

The colors of the rainbow so pretty in the sky
Are also on the faces of people going by
I see friends shaking hands saying how do you do
They're really saying I love you.

I hear babies crying, I watch them grow
They'll learn much more than I'll never know
And I think to myself what a wonderful world
Yes I think to myself what a wonderful world.
 

   

Die Erde als vernetztes System und die Herausforderungen an die Menschen des 21. Jahrhunderts: Vereint global und heute für

eine ökologisch wirksame Reduzierung von Treibhausgasen wie Kohlendioxid [durch Stoppen von ungefilterter industrieller Holz-/ Kohle-/ Erdöl-/ Erdgasverbrennung, Ausbau einer regenerativ-dezentralen Energieerzeugung DLF-Beitrag vom 19.03.2022 dazu anhören und umweltverträglichen Mobilität, ökologischen Stadtumbau ...] sowie das 25-mal treibhauswirksamere Methan [durch Einstellung der Massentierhaltung und gesündere Essgewohnheiten mit weniger Fleisch & Wurst ...],

Geothermisches Erdrohr Geothermisches Erdrohr: Natürlich heizen und kühlen

Ein geothermisches Erdrohr nutzt die relativ konstante Temperatur des Bodens, um die Luft im Haus auf natürliche Weise zu beeinflussen. Das Prinzip ist einfach und clever: Frische Außenluft strömt durch ein Rohr, das mehrere Meter unter der Erde verlegt ist. Auf diesem Weg passt sich die Luft an die Bodentemperatur an, bevor sie ins Haus gelangt.

Im Sommer bedeutet das eine angenehme Abkühlung. Während draußen große Hitze herrschen kann, wird die Luft im Erdreich heruntergekühlt und kommt deutlich frischer im Wohnraum an. So lässt sich die Innenraumtemperatur senken, ohne dass ständig eine energieintensive Klimaanlage laufen muss.

Im Winter funktioniert das System genau umgekehrt. Die kalte Außenluft wird beim Durchströmen des unterirdischen Rohrs vorgewärmt. Dadurch gelangt weniger eisige Luft ins Haus, und das Heizsystem wird entlastet. Das spart Energie und verbessert zugleich den Wohnkomfort.

Besonders interessant ist diese Lösung für Menschen, die nachhaltiger bauen oder wohnen möchten. Das System arbeitet leise, nutzt natürliche Temperaturunterschiede und kann langfristig helfen, die Energiekosten zu senken. In Kombination mit guter Dämmung und durchdachter Lüftung kann es ein Haus deutlich effizienter machen.

Wichtig ist jedoch eine gute Planung. Tiefe, Rohrlänge, Material, Gefälle und Hygiene spielen eine große Rolle. Nur ein fachgerecht installiertes System arbeitet zuverlässig und verhindert Probleme mit Feuchtigkeit oder schlechter Luftqualität.

Fazit
Ein geothermisches Erdrohr ist eine intelligente und umweltfreundliche Möglichkeit, Häuser im Sommer zu kühlen und im Winter vorzuwärmen. Es verbindet einfache Physik mit nachhaltigem Denken und zeigt, wie man den Boden als natürliche Energiequelle sinnvoll nutzen kann. Für energieeffizientes Wohnen ist es eine Lösung mit viel Potenzial.

 
Geothermisches Erdrohr   Ästhetik der Antike und Architektur    
 

eine Reinhaltung der Meere [durch Stoppen der Einträge von ungeklärten Abwässern & (Plastik-)Müll] und ein Verhindern der industriemäßigen Überfischung mit dem Ziel, das pflanzliche wie tierische Leben im Meer zu bewahren bzw. wiederzubeleben,

den Schutz der Böden, des Grundwassers, der Gewässer und damit der Pflanzen- und Tierwelt [durch Umwandlung der chemisierten land- u. forstwirtschaftlichen Massenproduktion mit Profit-Hybriden zu einer ökologischen Land- u. Forstwirtschaft, in der Sorten- u. Artenvielfalt, eine regional-saisonale Versorgung mit geschmackvollen Produkten, Landschaftspflege ... im Vordergrund stehen] und

 
 

den Umbau der Konsum-Wegwerf-Gesellschaft des ständigen Wachstums hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ohne Hochrüstung, die die global-ökologischen Herausforderungen vor Unternehmensinteressen sowie vor weltanschauliche, staatliche und persönliche Egoismen stellt.  [2]  24.03.: Russland will seine Energieexporte in Rubel abrechnen als Antwort auf den Ausschluss von den Finanzmärkten

DLF-Beitrag vom 22.04.2024 dazu anhören

 


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Landschaften im Wandel      Endlagersuche für radioaktive Abfälle

 

 

Nahrungsmittelversorgung - Boden - (Grund)Wasser - Luft / Klima - Biodiversität - Nachhaltigkeit / ökologisches Gleichgewicht - gesellschaftliche Verantwortung

  

Vier Konzerne dominieren künftig weltweit das Geschäft mit Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmitteln in der Agrochemiebranche – allen voran die deutsche Bayer-Monsanto AG ... aus verschiedenen Quellen 06/2020

Der Bayer-Konzern hat Monsanto für rund 56 Milliarden Euro übernommen. Umweltschützer machen gentechnisch verändertes Saatgut und aggressives Unkrautvernichtungsmittel für zahlreiche Umweltschäden verantwortlich. Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat von Monsanto steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Diesen Vorwürfen hat Bayer stets widersprochen und darauf verwiesen, dass Zulassungsbehörden weltweit das Herbizid bei sachgemäßer Anwendung als sicher bewerteten. In den USA wurde Bayer bereits in mehreren Fällen zu hohen Schadenersatzzahlungen verurteilt.

Saatgut: Die Vielfalt der Pflanzen ist in Gefahr! In den Gärten gedeihen nur noch CMS-Hybride und andere Mutationen. Zwar ist das Wachstum intensiver und die Blüten sind schöner, aber hat hier schon jemand eine Biene entdeckt?
Im Gemüse- und Getreideanbau: So genannte F1- und CMS-Hybride liefern hohe Ernten bei gleichbleibender Qualität. Wenige Sorten wachsen auf immer größeren Feldern, die nicht nur Nahrung sondern auch nachwachsende Rohstoffe bieten sollen. In Deutschland und Europa haben Hybridsorten (hybride, von lat. hybrida = Mischling) bei vielen Obst- und Gemüsearten einen Marktanteil von über neunzig Prozent. Zum Beispiel bei Mais, Zuckerrüben, Tomaten, Zwiebeln und verschiedenen Kohlsorten. CMS-Hybride finden wir sogar im Bioladen, ohne dass sie speziell gekennzeichnet sind. Das CMS steht für „cytoplasmatische männliche Sterilität“, eine genetisch veränderte Eigenschaft, die verhindert, dass Pollen gebildet werden können. Die Nachkommen dieser Kreuzungen sind besonders ertragreich, aber nur in der ersten Generation und als Saatgut unbrauchbar. Das bedeutet: Saatgut muss jedes Jahr beim Züchter neu gekauft werden.
Naturnah gärtnern wird zur echten Herausforderung, denn es gibt kaum noch natürliches Saatgut: Samenfestes Saatgut, das sich selbst vermehren kann. Die großen Player der Agrarindustrie bestimmen den Markt für Saatgut, Pestizide, Düngemittel und Futtermittel. Eine unvorstellbare Machtkonzentration, denen das Interesse, seine Pflanzen durch herkömmliche Züchtung wiederstandsfähiger zu machen, völlig fremd ist. Das dauert, kostet Zeit und Geld. Nur die Gentechnik und hoher Pestizideinsatz bringen schnell hohe Gewinne. In den vergangenen hundert Jahren haben wir bereits weltweit etwa 75 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Vielfalt verloren. Ein freier Austausch von Samen und Setzlingen zwischen Bauern, Saatgutinitiativen und Gärtnern ist nicht erwünscht. Auch das Europäisches Patentamt gerät völlig außer Kontrolle: Obwohl das Europäische Parlament und der Deutsche Bundestag dagegen intervenierten und das Europäische Patentabkommen Patente auf Pflanzensorten grundsätzlich ausschließt, erteilt es weiterhin Patente auf Pflanzen. Auch solche, die das Ergebnis herkömmlicher Züchtung sind. Bayer-Monsanto gehören z.B. Melonen, geköpfter Brokkoli. Zuletzt wurde eine Chili-Sorte von Syngenta patentiert.

Es gibt jedoch große regionale Unterschiede. Während die Landwirtschaft in den Industrieländern hauptsächlich mit kommerziellem Saatgut versorgt wird, ist sie in Entwicklungsländern – noch! - von bäuerlichem Nachbau und Austausch geprägt. In Indien liegt der Anteil von kommerziellem Saatgut in der Landwirtschaft bisher nur bei 30%, in Afrika aktuell unter 10%. Traditionelle Höfe funktionierten als nahezu geschlossene Systeme. Von der Ernte wurde ein Teil zurückbehalten, um erneut ausgesät zu werden, in einem ewigen Kreislauf. Heute ist das in den meisten Teilen der Erde anders.
Im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft zu Beginn der 1950er und verstärkt in den 1960er und 1970er Jahren wurden die Arbeitsabläufe zunehmend mechanisiert und rationalisiert. Die sogenannte „Grüne Revolution“ wurde in vielen Regionen der Welt durchgesetzt mit dem Ziel, die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen. Das hat dazu geführt, dass sich die Höfe beständig vergrößerten und spezialisierten, der Landbau intensiviert wurde und sich die Massentierhaltung durchsetzte. In der heutigen hochtechnologisierten Landwirtschaft bestehen eigene Märkte für Tierzucht, Saatgut, Futtermittel, Düngemittel und Pestizide. Die Bauern sind zu Gliedern in langen Lieferketten geworden. Mit der Entstehung landwirschaftlicher Großbetriebe verschwanden nach und nach mittelständische Zuchtbetriebe, transnationale Unternehmen wie Monsanto und Co konnten sich u.a. durch gezielte Firmenfusionen und –aufkäufe herausbilden. Dieses Vorgehen drängt einerseits Konkurrenten vom Markt, andererseits kann so Einfluss auf das Saatenangebot und die Preise genommen werden. Die meisten der weltweit agierenden Saatguthersteller gehören gleichzeitig auch zu den größten Pestizidherstellern, allen voran Monsanto. Beides soll maximale Gewinne einbringen.
Mit ihrem oft gentechnisch verändertem Hochleistungssaatgut versprechen die Agrargroßkonzerne maximale Erträge und gegen Schädlinge äußerst robuste Pflanzen bei einer auf Maschinen optimierten Handhabbarkeit. Um die Erträge aus dem Saatgut weiter zu steigern und ihre Gewinne zu maximieren sorgt zudem deren Hybridsaatgut.

Schon immer haben Bauern einen Teil ihrer Ernte zurückbehalten und daraus ihr eigenes Saatgut selektiert, vermehrt und mit ihren Nachbarn getauscht. In vielen Ländern spielt diese traditionelle Produktion von Saat- und Pflanzgut auch heute noch eine große Rolle. Doch kann jeder Landwirt das einmal erworbene Saatgut weiterzüchten, gehen den Zuchtbetrieben viele potentielle Käufer durch die Lappen. Ein wirtschaftlich genialer Schachzug der Saatgut-Großkonzerne ist im Vergleich dazu das Hybridsaatgut. Das Hybridzüchtungen sind so verändert, dass die erste Ernte bei optimaler Versorgung mit Wasser, Dünger und Pestiziden einen 15-30% höherer Ertrag abwirft, die nächste Generation des Saatguts aber wieder in eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenformen aufgeht. Ein Nachbau ist mit modernen Hybriden meist nicht möglich, was einem „eingebauten“ Sortenschutz gleichkommt. Um die Erträge auf hohem Niveau zu halten sind die Bauern gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen. Das Hybrid-Saatgut wird damit beworben, höhere Erträge einzubringen, resistenter gegenüber Schädlingen und Krankheiten und technisch leichter handhabbar zu sein. Kritiker setzen dem entgegen, dass dies auch mit samenfesten Sorten erreichbar ist und verweisen auf Qualitätsprobleme, zu hohe Preise, eine zunehmend eingeschränkte Sortenvielfalt und die vermehrte Abhängigkeit von großen Saatgutkonzernen bei Hybriden.

Die wettbewerbshemmende Wirkung kann zu einer massiven Zunahme der Saatgutpreise führen. So sind beispielsweise die Preise für Baumwollsaatgut seit der Einführung von gentechnisch veränderter Baumwolle in den USA um das drei- bis vierfache angestiegen und auch in den Entwicklungsländern ist es zu einer substanziellen Preiserhöhung gekommen. Die Mischung aus Marktmacht, Hybridsaatgut und einer rigorosen Patentierung von Saatgut hat gerade in den Ländern des Südens fatale Folgen. Die indische Aktivistin Vandana Shiva engagiert sich schon viele Jahre gegen Monsantos Monopolstellung in Indien. Der Großkonzern kontrolliert dort fast die gesamte Baumwollproduktion, indem er andere Saatgutlieferanten aufgekauft hat bzw. massiv unter Druck setzt. Damit haben die dortigen Bauern keine Alternative zu Monsantos Gen-Pflanzen. Doch für viele Bauern ist das Saatgut zu teuer und die Gewinne liegen unter den Erwartungen. Dazu kommt, dass die Baumwollpflanzen oft von neuartigen Krankheiten befallen werden. Im Gegensatz zu den traditionellen Sorten, die auf die Wetter- und Bodenbedingungen der jeweiligen Region abgestimmt sind, sind diese Sorten Schädlingen und den spezifischen Wetterbedingungen nicht gewachsen. Weitere teure, gesundheits- und umweltschädliche Düngemitteln und Pestizide müssen eingesetzt werden, um die Pflanzen zu schützen. Das teure Monsanto-Saatgut hat bereits Hunderte indische Bauern in den Ruin und sogar in den Selbstmord getrieben.

Seit einigen Jahren drängen die Saatgutkonzerne verstärkt auf die Märkte von Schwellen- und Entwicklungländern, in denen kommerzielles Saatgut bisher einen geringen Teil ausmachte. Dabei machen sie sich auch die Hoffnung zunutze, dass durch Züchtungen und Genmanipulation Wunderlösungen für globale Probleme, wie z.B. den Klimawandel, gefunden werden können. Doch die Zahlen vermitteln ein anderes Bild: Nach Berechnungen der Welternährungsorganisation (FAO) sind rund die Hälfte der 868 Millionen hungerleidenden Menschen weltweit ressourcenarme Bauern, die nur mäßig fruchtbares Land bewirtschaften. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Saatgutkonzerne nur 1% ihrer für Forschung und Entwicklung budgetierten Mittel in Saatgut investieren, das für Entwicklungsländer geeignet wäre. Gleichzeitig begrenzen sie die allen offen stehende Vielfalt, indem sie sich Patente auf Gene für Stresstoleranz und Trockenheitsresistenz sichern und neue Allianzen mit Unternehmen in der synthetischen Biologie gründen. Der Berichterstatter für das Recht auf Nahrung der Vereinten Nationen, Olivier De Schutter warnt in seinem Bericht „Seed policy and the right to food“: „Die Oligopole einiger Anbieter können dazu führen, dass armen Landwirten der Zugang zu Saatgut, einem für sie lebenswichtigen Produktionsmittel, verwehrt wird. Und sie kann dazu führen, dass die Lebensmittelpreise steigen, wodurch die Lebensmittel für die Ärmsten noch weniger verfügbar werden.“ Um Armut und Hunger in den Ländern des Südens zu bekämpfen ist es wichtig, dass Kleinbauern in den Ländern des Südens der freie Zugang zu Saatgut erhalten bleibt. Über informelle und lokale Strukturen kann es dann verkauft, getauscht und entsprechend der klimatischen, ökologischen und kulturellen Bedürfnisse weiterentwickelt werden.

Weltweit verstärkt die Konzentration auf dem Saatgutmarkt und die damit verbundene Selektion des Saatguts auf wenige Hochleistungssorten den Verlust der Vielfalt an Kulturpflanzen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts sind laut Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAO) etwa 75 Prozent der Kulturpflanzenvielfalt verloren gegangen. Gab es beispielsweise in Indien vor der »Grünen Revolution« ca. 50.000 Reissorten, waren es 20 Jahre später auf dem größten Teil des Kontinents schätzungsweise nur noch 40 Sorten. Die vielen neuen Hybridsorten können in punkto genetischer Varietät nicht mithalten, da sie sich viel zu ähnlich sind. Doch warum ist es so wichtig, eine Vielfalt auch bei Kulturpflanzen zu bewahren? Das hat vor allem damit zu tun, dass erst eine große genetische Bandbreite an Eigenschaften es ermöglicht, dass sich unsere Landwirtschaft spontan und durch gezielte Züchtungen an veränderte Umweltbedingungen – Stichwort Klimawandel, neue Krankheiten oder Schädlinge – anpassen kann. Verändern sich die Anbaubedingungen, können Eigenschaften alter Sorten wieder interessant und wünschenswert werden. Dazu ein Beispiel: In den 1970er Jahren wurden in Indien große Teile der Reisernte durch einen Virus vernichtet. Doch unter 6273 untersuchten Reissorten wurde eine Resistenz gefunden. Durch deren Einkreuzung konnte die Verbreitung des Virus eingedämmt werden. Und auch die ästhethischen Vorstellungen ändern sich: gewann vor wenigen Jahren noch der giftgrüne Apfel das Rennen um die meisten Käufer, ist es heute wohl eher der „natürliche“ Typ. Sogar moderne Züchtungsmethoden (inkl. Gentechnik) müssen für neue Entwicklungen nach wie vor auf in der Natur vorhandenes Genmaterial zurückgreifen. Dieser Erkenntnisse und Erfahrungen zum Trotz begünstigt der aktuelle rechtliche Rahmen der EU industrielles Saatgut – und mit ihm eine Form der Landwirtschaft, mit der auch laut dem Weltagrarbericht die Probleme der Zukunft nicht gelöst werden können.
EU-Richtlinien - Welches Saatgut Landwirte verwenden können, d.h. wer die Rechte an Pflanzensorten besitzt, regeln das Sorten- und Patentrecht. Da es in der EU einen gemeinsamen Markt gibt, wird dies auf EU-Ebene geregelt. Wichtigstes Grundprinzipien der Richtlinien ist es, dass nur Sorten gehandelt werden dürfen, die von einer nationalen Behörde zugelassen sind. Mit der Zulassung soll gewährt sein, dass nur hochwertiges Saatgut auf den Markt erhältlich ist. Welche Kriterien Saatgut erfüllen muss, regelt das Saatgutverkehrsrecht. Eine Sorte wird zugelassen, wenn sie unterscheidbar, homogen und stabil ist. Damit zielen die Kriterien der Zulassung in erster Linie auf Hochleistungssorten ab. Viele lokal angepasste, seltene und alte Sorten von Gemüse, Obst und Getreide, die auf genetischer Vielfalt beruhen, können diese Kriterien nicht erfüllen, da sie nicht einheitlich genug sind. Zudem fehlen kleineren Betrieben und Gärtnereien oft die nötigen Mittel, um kostspielige Testverfahren zu finanzieren. Züchter können für ihre neuen Sorten zusätzlich noch einen privatrechtlichen Schutz in Form eines „Sortenschutzes“ oder von Patenten beantragen. Diese ähneln dem Urheberrecht auf Bücher und Musik: Erteilt das Sorten bzw. das Patentamt diesen Schutz, können Züchter über die Verwendung der von ihnen gezüchteten Sorten bestimmen. Allen voran Monsanto schöpft das Patentrecht aus, um Mitstreiter vom Markt zu drängen und Landwirte zum Kauf von konzerneigenem Saatgut zu nötigen. Mehr dazu in dem Artikel Biopiraterie - Die Plünderung von Natur und Wissen. Einzige Ausnahme bildete bisher altes, bäuerliches Saatgut. Es darf von Privatpersonen und Initiativen weitergegeben und getauscht werden. Doch im Mai 2013 stand eine Neuregelung des Saatgutverkehrsrechts an. Die Richtlinien der EU-Agrarpolitik sind darauf ausgelegt, die Produktivität abzusichern und kommen den Bedürfnissen professioneller Saatgut-Anwender und –züchter entgegen. Das Nachsehen haben nicht nur künftige Generationen, sondern auch heutige Verbraucher und Gärtner. Denn was in die Supermärkte gelangt, ist für den kommerziellen Anbau gezüchtet: ertragreich, gleichzeitig erntereif, einheitlich, transport- und lagerfähig. Der Geschmack bleibt dabei oft auf der Strecke.
Dass einige wenige Saatgutunternehmen den Saatgutmarkt dominieren und damit die Grundlage unserer Lebensmittelproduktion in den Händen halten gibt Grund zu Besorgnis. Aktuell fördert weder der rechtliche Rahmen noch der Markt eine Vielfalt bei den Nutzpflanzen. Doch so ganz verloren sind die seltenen, lokalen und alten Sorten noch nicht. Verschiedene Initiativen und Vereine kümmern sich um den Erhalt der Vielfalt.

Fazit

Modernes, standardisiertes Saatgut wird wie Gold gehandelt, und das Milliardengeschäft liegt in den Händen weniger internationaler Agrarkonzerne. Sie produzieren in Billiglohnländern - unter miserablen Bedingungen, oft illegal mit Kinderarbeit und Frauenausbeutung. Schönheit und lange Haltbarkeit der genmanipulierten Obst- und Gemüsesorten gehen auf Kosten des Geschmacks und der Nährstoffe. Alte Sorten sterben aus, auf Kosten der Biodiversität. Doch weder Landwirte noch Verbraucher scheinen eine Wahl zu haben.
Nicht jeder technische Fortschritt bedeutet auch einen Fortschritt für die Gesellschaft. Wenn die Verbraucher eine große Vielfalt und möglichst wenig Gifte auf ihren Äckern wollen, müssen sie dies auch bei der Politik einfordern und selbst auch aktiv werden.

Lebensmittel vom Erzeuger  [2]   Gemüse & Obst  Fleisch & Wurst     kaputt

       

       

                
Sie sind vor ein paar Minuten geschlüpft! Sie sehen das Licht, die Sonne, den Sand, das Meer zum ersten Mal, aber woher wissen sie, dass sie zum Meer laufen müssen, um zu leben? Wer hat dir das beigebracht?


   

Es sind in erster Linie die großen Konzerne, die Umweltprobleme und Klimawandel verursachen durch eine schädliche Produktion, unsinnige Transportwege und übermäßigen Ressourcenverbrauch. Wie kann es sein, dass Produkte auf den Markt kommen, die nach Ablauf der Garantiefrist aufgrund eingebauter "Fehler" kaputt gehen, nur weil das den Umsatz steigert. Die Bundesregierung verhindert strengere Klimaschutz-Normen und lässt sich das mit Großspenden der Konzerne bezahlen. Wir brauchen eine ökologische Politik, die gleichzeitig sozial ist, anstatt die Profite der Klimasünder zu schützen während Natur und Menschen dafür zahlen.

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